Leserzuschrift

Hallo liebe Eva, lieber Andreas, lieber Hund und liebe Hühner und alle die mit eurer Arbeit zutun haben.

Es gibt so einiges was man aktuell in Erfahrung bringen kann. Verwerfungen hier, seltsame Gegebenheiten dort.
Man sucht förmlich nach dem einen Weg, dieses Durcheinander unbeschadet zu überstehen.

Nun ist es heute passiert. Zumindest bei mir. Endlich nach drei Jahren schwurbeln, bilden, versuchen zu verstehen hab ich endlich mich selber gefunden. Nicht etwa unter der Couch oder im Spiegel, sondern im Chaos des irdischen Seins.
Durch einen Bericht über eine Leihmutterschaft zugunsten Paris Hilton kam es mir dann. "Alter, du Idiot suchst die ganze Zeit nach Zusammengehörigkeit, einem Rudel, oder wie man das auch immer nennen will."
So ist es. Ich bin selber adoptiert und habe jetzt endlich begriffen was mein Ansinnen ist. 40 Jahre lang habe ich mich deplatziert gefühlt, habe die soziale Dynamik um mich herum nicht verstanden. Ich dachte immer ich wäre das Opfer. Bin ich aber gar nicht.
Ich bin Mittäter. Obwohl ich immer dachte ich würde die Verwerfungen um mich herum endlich verstehen.
Doch das schlimmste ist, ich war entwurzelt. Meiner leiblichen Mutter weggenommen worden, in eine Familie, die Nähe, Liebe oder Zusammengehörigkeit nie verstanden hat, weil sie es nie gelernt hat. Wieso bin ich dann Täter? Ich hätte die Weitsicht haben müssen, diese unterschwellige Ablehnung konstruktiv zu hinterfragen. Ein WARUM als Grundlage aller sehr fragwürdigen Taten meines Umfeldes zu nehmen.

Ich begab mich allerdings in eine Opferrolle, reagierte anstatt zu agieren. Begann mit Vorwürfen um mich zu schlagen, anstatt Verständnis zu zeigen. So wuchs die Kluft und man entfernte sich. Aus einer Familie wurde ein durch Narrative geplagtes menschliches Knäuel, welches sich für mich als Kind/Jugendlicher nicht entwirren ließ.
Sei es drum was ich eigentlich in aller Kürze sagen wollte, (was mir wieder nicht gelungen ist): Die tatsächliche Bindung zum eigenen Kind, einer Mutter bzw eines Vaters ist durch nichts zu ersetzen. Ich habe mich immer danach gesehnt leistunglose Anerkennung zu ergattern, habe mit meinem Lebensweg leider des Gegenteil ausgelöst und mein Verhalten hat den Deckel zugeschraubt.
Kurz durfte ich diese leistungslose Geborgenheit erhaschen, als ich meine leibliche Mutter kennenlernte. Leider hatte die Dame so ein krasses Problem mit Alkohol, dass vernünftige Konversationen oder die Errichtung einer stabilen Beziehung nicht möglich waren.
Trotzdem bin ich dankbar. Für jede Sekunde, die ich hier auf Erden verweilen darf. Hoffentlich bleiben es noch einige, die ich zum Teil mit eurem Poppcast zu füllen weiß.
Danke für euer Tun, eure unglaubliche Arbeit Licht ins Dunkel zu bringen.

Viele Grüße aus Oberbayern